Hamburger Modell „Fairer WohnStrom“ – hat „Vorbildcharakter“

so Rosa Domm, MdHB, von den Grünen in der Bürgerschaftsdebatte am 26. November 2025. SPD und Grüne hatten gemeinsam einen Antrag eingebracht, zur Förderung von Mieterstrom-Modellen. Aktive der Gemeinwohl-Ökonomie in Hamburg hatten sich zuvor in Gesprächen mit Politiker*innen der demokratischen Parteien besonders für das Modell des „Fairen WohnStrom“ eingesetzt. Dabei haben endlich auch Mieter*innen den Vorteil von deutlich geringeren Kosten des Solarstroms. Die Kraft der Sonne und eine gute Kooperation von Vermieter*innen und Mieter*innen machen es möglich.

Rosa Domm (Fotografin: Neele Jacobi)


Die Bürgerschaft beschloss mit Unterstützung der Linken, dass eine Informationskampagne gestartet und geprüft werden soll, inwieweit man juristisch den Bau von Stromspeichern in Mehrfamilienhäusern erleichtern kann.

Rosa Domm merkte in der Sitzung an, dass knapp 80 % der Menschen in Hamburg zur Miete wohnen und rechnete vor, dass eine vierköpfige Familie mit einem fairen Wohnstromprojekt rund 600 € pro Jahr Stromkosten sparen kann. Aber auch für Vermieter*innen ist „Fairer WohnStrom“ gewinnbringend, da er zusätzliche Einnahmen zur Miete generiert und die Attraktivität der Immobilie steigert.

Sandro Kappe, MdHB der CDU, sprach an, dass die stadteigene Immobiliengesellschaft SAGA von ihren 6100 Gebäuden bisher nur 39 mit Photovoltaik ausgestattet hat – also 0,6 % – und den Solarstrom meist direkt ins öffentliche Netz einspeist. Die Mieter*innen der SAGA haben davon also kaum etwas. Die GWÖ drängt darauf, dass die SAGA für ihre Bewohner*innen Fairen WohnStrom anbietet – in allen dafür geeigneten Gebäuden.

Eine Solarpotenzialstudie im Auftrag des Senats hatte ergeben, dass ca. zwei Drittel des Hamburger Strombedarfs durch stetig günstigeren Solarstrom gedeckt werden kann. Eigenheimbesitzer*innen nutzen diese Chance gerne für ihre preisgünstige Stromversorgung – inklusive Elektromobilität oder die teilweise Versorgung der Wärmepumpe.

Balkonkraftwerke – die auch für Menschen mit geringem Einkommen mit bis zu 90 % Kostenübernahme von der Stadt Hamburg gefördert werden – siehe Caritas Förderung, sind bisher schon eine gute Möglichkeit für Mieter*innen. Aber wenn bauliche Gründe, Verschattung o.ä. dagegen stehen, ist das Modell des Fairen WohnStroms eine prima Alternative.


Text: Andreas + Mick