Millionenerbe unterstützt Gemeinwohl-Ökonomie mit 500.000 Euro
Die Gemeinwohl-Ökonomie erhält bedeutende Unterstützung: Der Mönchengladbacher Unternehmer und Millionenerbe Kai Viehof stellt der Bewegung insgesamt 500.000 Euro zur Verfügung. Die Förderung kommt dem Internationalen Verband der Gemeinwohl-Ökonomie, der GWÖ Deutschland sowie der Genossenschaft für Gemeinwohl in Wien zugute und soll die Weiterentwicklung der Bewegung in den kommenden drei Jahren unterstützen.
Kai Viehof ist Erbe der Kaufhauskette Allkauf. Einen Großteil seines Vermögens hat er bewusst abgelehnt. Einen Teil einer vorgezogenen Schenkung seines Vaters nutzt er heute gezielt, um Initiativen zu fördern, die sich für den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen, demokratische Teilhabe und das Gemeinwohl einsetzen.
„Ich bin überzeugt, dass menschliches Wirtschaften Wohlstand und Ressourcen gerecht verteilen und unsere gemeinsamen Lebensgrundlagen bewahren sollte“, erklärt Viehof. Wirtschaftliche Modelle, die sich ausschließlich an monetärem Wachstum orientieren, schafften aus seiner Sicht falsche Anreize und führten zu einem verzerrten Verständnis von Wohlstand. Die Gemeinwohl-Ökonomie sei für ihn der konsequenteste Ansatz, um wirtschaftlichen Erfolg stärker an Fairness, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichem Nutzen auszurichten.
Die Gemeinwohl-Ökonomie setzt sich seit 2010 für ein Wirtschaftssystem ein, das Menschen, Umwelt und Gemeinwohl in den Mittelpunkt stellt. Mit Instrumenten wie der Gemeinwohl-Bilanz unterstützt sie Unternehmen, Kommunen, Bildungseinrichtungen und Organisationen dabei, ihren Beitrag zu Menschenwürde, Solidarität, sozialer Gerechtigkeit, ökologischer Nachhaltigkeit sowie Transparenz und Mitentscheidung sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln.
Die Spende soll insbesondere dazu beitragen, die internationale Zusammenarbeit der Bewegung zu stärken, Bildungs- und Kommunikationsarbeit auszubauen sowie bestehende Instrumente und Projekte weiterzuentwickeln.
Für Christian Felber, Mitbegründer der Gemeinwohl-Ökonomie, ist die Unterstützung ein wichtiges Signal: „Mit dieser Spende können wir die Vision einer Gemeinwohl-Ökonomie ein Stück weit mehr Wirklichkeit werden lassen.“ Gleichzeitig verweist er auf die gesellschaftliche Dimension der Zuwendung: In Zeiten wachsender Vermögensungleichheit sei es ein starkes Zeichen, wenn vermögende Menschen Verantwortung übernehmen und sich für mehr strukturelle Gerechtigkeit engagieren.
Die Förderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Gemeinwohl-Ökonomie ihre Bildungs- und Forschungsarbeit weiter ausbaut. Erst kürzlich wurde das GWÖ-Curriculum mit dem nationalen Preis „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Zudem fand im Juni die vierte Internationale Wissenschaftskonferenz der Gemeinwohl-Ökonomie an der OTH Amberg-Weiden statt.
Credits Foto Kai Viehof: Luisa Sole