Münchens Zukunft: gemeinwohlorientiert gestalten oder (ver)spielen

Bürger*innen Entscheid am 26. Oktober 2025 zur Olympiabewerbung Münchens in den Jahren 2036, 2040 oder 2044

Wir als Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) München begrüßen zivilgesellschaftliche Partizipation, um die Wirtschaft auf ökologische Nachhaltigkeit, Solidarität und Gerechtigkeit, Menschenwürde und Transparenz auszurichten sowie miteinander unsere Stadt füreinander zu gestalten und ein gutes Leben für alle zu schaffen.

Die aktuelle Werbekampagne der Stadt München, der unterstützenden Parteien sowie Wirtschaftsverbänden zeigt nur die euphorische Seite der Medaille. Bürger*innen erhalten mit der Einladung zum Referendum eine bunte Ja-Werbung, in dem die bekannten Risiken und Unwägbarkeiten nicht benannt werden. Zudem werden die zu erwartenden Infrastrukturkosten und Risiken der ökologischen sowie der sozialverträglichen Nachhaltigkeit für München und deren Finanzierung nicht thematisiert.

Obwohl vielerorts die kommunalen Haushalte sehr angespannt sind, Finanzierungen zunehmend knapper werden und bereits Mittel bspw. für soziale Infrastruktur und Umweltmaßnahmen gestrichen wurden, treten in Deutschland vier Regionen und Städte in Konkurrenz an. Sie bewerben sich beim Deutschen Olympischer Sportbund (DOSB) um die deutsche Kandidatur beim Internationalem Olympisches Komitee (IOC) führen zu dürfen – zugunsten des DOSB. Avisierte Kosten aus Steuermittel belaufen sich auf 60 Millionen EUR und mehr für den innerdeutschen Wettbewerb und Auswahlprozess. Die zugrundeliegenden Kriterien sind aktuell nicht definiert und werden erst vom DOSB und dem Bund bis 09/2026 entwickelt.

Wir treten ein für Transparenz, faktenorientierte Partizipation, Kooperation statt Konkurrenz!

Transparenz über die Anforderungen und Kriterien des DOSB und des IOSs. Offenlegung der IOC-Verträge mit der Stadt München und der IOC-Steuerbefreiheit und die daraus entstehenden Risiken (Claims) und Eingriffe in die Grundrechte während der Olympischen Spiele (bspw. Demonstrationsverbot, Bannmeilen, Wettbewerbsverzerrung zugunsten der Sponsoren). Derzeit mangelt es an einer umfänglichen und nachvollziehbaren Umsetzungsplanung und deren Finanzierung sowie der sachorientierten Chancen und Risiken Abwägung, die die expliziten Auswirkungen auf ökologische Nachhaltigkeit, Solidarität und Gerechtigkeit, Menschenwürde, Transparenz, Mitentscheidung sowie Partizipation / Ausschluss der lokalen Wirtschaft in Betracht zieht.

Im weiteren Prozessschritt – falls der Bewerbungsprozess fortgeführt wird – fordern wir die Erstellung der Bewerbungsunterlagen („Bid Books“) Münchens unter Beteiligung der Zivilgesellschaft sowie anschließend die barrierefreie Offenlegung und Präsentation.

Die finale Abstimmung über die Bewerbung Münchens hat durch einen weiteren Bürger*innen Entscheid zu erfolgen. Die Bewerbung dieses Entscheides sollte dann die Pro und Contra Fakten / Position enthalten sowie das fundierte Gesamtbild, inklusive der finanziellen, sozialen und ökologischen Konsequenzen aufzeigen.

Debatten (Pro / Contra):

Informationen:

Verläufe Olympiabewerbungen München / Bayern im Rückblick (> 15 Jahre):

https://www.bund-naturschutz.de/suche?tx_solr%5Bfilter%5D%5B0%5D=bereich%3ABN+Landesverband&tx_solr%5Bq%5D=olympia