GWÖ-Unternehmensnetzwerk Nord / Treffen bei inoio

Am 19. März versammelten sich Unternehmer*innen aus Hamburg und Umgebung bei der inoio gmbh zu einem inspirierenden Austausch rund um den EU AI Act und die damit verbundenen Herausforderungen für Unternehmen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). inoio mit Sitz im Schanzenviertel ist ein Vorreiter im Bereich Innovation und Gemeinwohl-Orientierung. Zudem ein Unternehmen, das sich auf nachhaltige IT-Lösungen und Digitalisierung mit Verantwortung spezialisiert hat.
Im Fokus des Abends stand der EU AI Act – ein neuer Rechtsrahmen, der Unternehmen vor große Herausforderungen stellt, wenn sie Künstliche Intelligenz (KI) einsetzen. Ilja Doert, IT-Experte und Berater für KMU und Startups, gab praxisnahe Einblicke, wie Unternehmen KI-Systeme rechtskonform und transparent nutzen können. Dabei stellte er eine praxisorientierte Checkliste vor, die von der Nutzerinformation über Datenschutz bis hin zu Risikobewertung und interner Kontrolle reicht.

Ilja Doert erläuterte praxisnah die wichtigsten Pflichten, die seit Februar 2025 für alle Unternehmen gelten, die KI-Systeme einsetzen.
Er betonte insbesondere:
• KI-Kompetenz für alle Mitarbeitenden: Entwicklung und Umsetzung von Schulprogrammen, regelmäßige Auffrischungskurse und Sicherstellung der sicheren Nutzung von KI-Systemen.
• Transparenzpflichten: Nutzer*innen müssen klar informiert werden, wenn sie mit KI interagieren.
• Risikobasierte Einordnung von KI-Systemen am Beispiel von 2 Risikoklassen (4 insgesamt):
–Verbotene KI: Systeme mit unannehmbarem Risiko, wie Social Scoring, biometrische Echtzeit-Identifikation, unterschwellige Manipulation oder prädiktive Polizeiarbeit, sind in der EU komplett verboten.
–Begrenztes Risiko: Hier gelten klare Transparenzpflichten zur Stärkung des Nutzervertrauens.
Darüber hinaus erläuterte Doert, wie Unternehmen technische Dokumentationen führen, Datenschutzanforderungen erfüllen und interne Richtlinien für den verantwortungsvollen Umgang mit KI etablieren müssen, um den komplexen Anforderungen gerecht zu werden.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Übergabe der Gemeinwohl-Ökonomie Fokusberichte an die Unternehmen jedesto GmbH und Zahnarztpraxis Herzberg. Diese Berichte wurden erstmals im Rahmen von Kooperationen mit Hamburger Hochschulen (HFH, HOOU, HAW Hamburg) erstellt und zeigen, wie Gemeinwohl-Prinzipien praktisch im Unternehmensalltag verankert werden können.

Der Abend bot neben fachlichen Impulsen viel Raum für persönlichen Austausch und Vernetzung – ein wichtiger Baustein für die gemeinsame Gestaltung einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Wirtschaft.

Abschließend wurde auf ein weiteres Webinar am 9. April hingewiesen, das vertiefte Einblicke in den EU AI Act bietet.
Interessierte können sich bei Henry Wehrenberg anmelden.
Ein herzliches Dankeschön an inoio für die Gastfreundschaft und an alle Teilnehmer*innen für den engagierten und inspirierenden Dialog.
Bericht: Maria Lozano Forero
Titelfoto von Clint Adair auf Unsplash
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