Zwei Tage voller Wirkung
Der zweite ECOnGOOD Summit Baden-Württemberg brachte in der Lokhalle Freiburg Unternehmen, Organisationen, Engagierte und GWÖ-Aktive zusammen, um Erfahrungen zu teilen, Kontakte zu knüpfen und neue Impulse für gemeinsames Handeln zu setzen.
Zwei Tage, viele Gespräche, neue Kontakte und jede Menge Energie: Der zweite ECOnGOOD Summit Baden-Württemberg in der Lokhalle Freiburg knüpfte nahtlos an die Premiere 2024 in Rottweil an. Unter dem Motto „Gemeinsam Wirkung zeigen“ ging es nicht nur darum, erfolgreiche Beispiele sichtbar zu machen, sondern auch darum, neue Wirkung überhaupt erst möglich zu machen.
Mit WEtell und silberzebra waren zwei bilanzierende GWÖ-Mitgliedsunternehmen Co-Gastgeber, die in der Lokhalle selbst ihren Firmensitz haben. Sie gaben dem Summit einen ebenso professionellen wie herzlichen Rahmen. Die Location erwies sich dabei als ideal: Bühne, zahlreiche Workshopräume, offene Flächen und kleine Rückzugsorte boten Raum für Vorträge, Diskussionen und viele spontane Gespräche zwischendurch.
Wirkung auf der Bühne – und dazwischen
Impulse setzten unter anderem Henning Rook, Vorstand der memo AG, Professorin Dr. Maike Sippel von der HTWG Konstanz und Nico Tucher, Co-Geschäftsführer von WEtell mit ihren Keynotes. Tucher sprang dabei kurzfristig für seine erkrankte Co-Geschäftsführerin Alma Spribille ein und meisterte seinen Auftritt souverän.
Doch mindestens ebenso wichtig wie die Programmpunkte waren die Begegnungen dazwischen. In den Gängen und Sitzecken wurde diskutiert, wurden Kontakte vertieft und neue geknüpft. Die Stimmung war wissbegierig, offen und energievoll.
Auch neue Gesichter fanden schnell Anschluss. Fritz Walter aus dem GWÖ-Verein Brandenburg war erstmals beim Summit in Baden-Württemberg dabei und wurde herzlich aufgenommen.
Mareike Kühnel von WEtell brachte den Kern des Summits auf den Punkt: „Gemeinsam wirksam werden“ bedeute für sie vor allem Zusammenarbeit – und daraus entstehende neue Ideen.
Auch Nico Tucher zog ein ausgesprochen positives Fazit: „Der Summit war ein voller Erfolg.“ Besonders die vielen intensiven Gespräche, Inspiration, Wohlwollen und Kooperationsbereitschaft hätten ihm gezeigt, welche gemeinsame Kraft in der Community liege – und wie viel neue Energie daraus entstehen könne.
Urkunden, Austausch und ein langer Abend
Zum Abschluss des offiziellen Programms am Donnerstag wurden bilanzierte GWÖ-Mitgliedsunternehmen mit Urkunden geehrt. Die Auszeichnungen überreichten Melanie Westermann, stellvertretende Geschäftsführerin der GWÖ, und die baden-württembergische Landtagsabgeordnete Meike Günter von Bündnis 90/Die Grünen.
Günter machte dabei deutlich: „Die Gemeinwohl-Ökonomie ist kein Gegenmodell zur sozialen Marktwirtschaft, sondern die logische Konsequenz.“
Danach ging der Summit in ein gemütliches Beisammensein über. Selbst das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Serbien hatte es an diesem Abend schwer, dem Austausch in der Lokhalle Konkurrenz zu machen.
Am Freitagmorgen waren die Teilnehmenden dennoch wieder zahlreich und aufmerksam am Start. Während am ersten Tag vor allem die Frage nach Wirkung im Mittelpunkt gestanden hatte, rückte am zweiten Tag unter anderem die neue EU-EmpCo-Richtlinie und ihre konkreten Auswirkungen in den Fokus. In Workshops und weiteren Formaten wurde diskutiert, was die neuen Rahmenbedingungen für Unternehmen, Organisationen und Kommunikation bedeuten und welche Antworten darauf gemeinsam entwickelt werden können.
Doch der Freitag drehte sich längst nicht nur um regulatorische Fragen. Ebenso ging es darum, was Unternehmen gemeinsam auf die Beine stellen können und welchen Beitrag Mitarbeitende in sogenannten „Green Teams“ innerhalb ihrer Organisationen leisten können.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit zwischen Verbänden. In einem eigenen Panel kamen Vertreter*innen von BAUM e.V., SEND e.V., dem Netzwerk Zukunftsfähiges Wirtschaften, der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), dem RKW Baden-Württemberg und dem GWÖ Baden-Württemberg e.V. zusammen. Aus dem Austausch entstanden zahlreiche Ideen und Impulse dafür, bestehende Kooperationen zu vertiefen und neue Formen der Zusammenarbeit anzustoßen.
Was bleibt
„Intensiv“ seien die beiden Tage gewesen, sagte Melanie Westermann – mit vielen Begegnungen, neuen Impulsen und der Aufgabe, diese nun in den Alltag zu tragen und umzusetzen.
Auch Matthias Fehske, Co-Gründer von silberzebra, hob die besondere Energie des Treffens hervor. Gerade in schwierigen Zeiten für Nachhaltigkeit sei es motivierend, Menschen zu erleben, die an den Themen festhalten und gemeinsam weiterarbeiten.
Robi Wache, Geschäftsführer von Robi Wache Architekten, zeigte sich besonders von der Architektur der Lokhalle angetan und freute sich über den erfolgreichen Start des GWÖ-Projekts „Gemeinwohl Bauen und Wohnen – aus Träumen werden Räume“. Martin Priebe, Nachhaltigkeitsberater, Theologe und Volkswirt, stellte vor allem die Menschen in den Mittelpunkt, und verband die Begegnungen mit Hoffnung.
Den Schlussakzent setzte Peter Jakobeit, Vorstand des GWÖ Baden-Württemberg e.V. Der Summit habe einen positiven Impuls gesetzt – für die weitere Arbeit an der sozial-ökologischen Transformation und für „eine ganze Reihe von Unentwegten“, die diesen Weg weitergehen wollen und „die wir auch brauchen“.
Zwei Tage voller Gespräche, Ideen und neuer Verbindungen gingen damit zu Ende. Der vielleicht wichtigste Eindruck: Wirkung entsteht nicht allein auf der Bühne – sondern überall dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, gemeinsam denken und anfangen, gemeinsam zu handeln.







