Faires und solidarisches Wirtschaften – Verantwortung übernehmen für globale Gerechtigkeit

Mit unserem Bildungsprojekt machen wir Führungskräfte und Mitarbeitende von Unternehmen und Organisationen in Baden-Württemberg fit für faires und solidarisches Wirtschaften in globaler Verantwortung. Denn wirtschaftlicher Erfolg und die Achtung von Menschenwürde, Gerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit gehören zusammen.

Es braucht Unternehmen, die die globalen Auswirkungen ihres Handelns anerkennen und als Vorreiter*innen gerechte Lieferketten und partnerschaftliche Kooperationen mit dem Globalen Süden gestalten. Unser Projekt stärkt diese Pionier*innen – aus der Privatwirtschaft, der Sozialwirtschaft und der öffentlichen Hand – durch gezielte Qualifizierungsmaßnahmen, praxisnahe Workshops und den Austausch mit Gleichgesinnten.

Im Mittelpunkt stehen sechs thematische Impuls-Workshops und Veranstaltungen, die von Februar bis Juli 2026 stattfinden und zukunftsorientierte Führung und global verantwortliches Wirtschaften praxisnah vermitteln:

✨ Workshop 5: Kooperative Wirtschaftsbeziehungen mit dem Globalen Süden

Dienstag, 01.09.2026 | 14:00 – 17:00 | Online

Führungskräfte, Mitarbeitende und das gesellschaftliche Umfeld werden für fortbestehende koloniale Muster in Wirtschaftsbeziehungen mit dem Globalen Süden sensibilisiert. Gemeinsam richten wir den Blick auf die globalen Auswirkungen unseres Wirtschaftens und entwickeln Perspektiven für faire, partnerschaftliche und zukunftsfähige Zusammenarbeit.

Mit Raquel Cayapa, Kallari Futuro und Felix Roll, Werkstatt Ökonomie Heidelberg

Unsere Wirtschaft ist global vernetzt. Rohstoffe, Vorprodukte und Waren legen oft tausende Kilometer zurück, bevor sie bei uns ankommen. Doch welche Auswirkungen hat unser Wirtschaften auf die Menschen in den Herkunftsregionen? Und wie können Unternehmen Verantwortung übernehmen und echte Partnerschaften mit Organisationen im Globalen Süden gestalten?

In diesem Workshop erhältst du Einblicke in die globalen Zusammenhänge von Lieferketten und Rohstoffgewinnung – und lernst anhand eines Praxisbeispiels, wie gleichberechtigte Zusammenarbeit auf Augenhöhe gelingen kann.

Im Mittelpunkt stehen Fragen wie:

  • Welche sozialen, ökologischen und menschenrechtlichen Auswirkungen hat unser Rohstoffbedarf?
  • Wie können Unternehmen partnerschaftliche Wirtschaftsbeziehungen mit Organisationen im Globalen Süden gestalten?
  • Welche Erfahrungen lassen sich aus erfolgreichen Praxisbeispielen auf andere Branchen und Unternehmen übertragen?

Das erwartet Dich:

Felix Roll stellt die aktuelle Studie zum Rohstoffbedarf Baden-Württembergs vor und zeigt auf, wie eng unser wirtschaftliches Handeln mit den Lebensrealitäten in rohstofffördernden Regionen weltweit verbunden ist. Die Studie verknüpft den Rohstoffbedarf des Landes mit Perspektiven aus Simbabwe, der Demokratischen Republik Kongo, Indonesien, Vietnam, Chile, Peru und der Mongolei und macht deutlich, welche Verantwortung Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam tragen.

Im zweiten Teil berichtet Raquel Cayapa aus der unternehmerischen Praxis. Mit ihrem Unternehmen Kallari Futuro arbeitet sie seit vielen Jahren direkt mit der indigenen Genossenschaft KALLARI sowie weiteren Initiativen im ecuadorianischen Amazonasgebiet zusammen – ohne Zwischenhändler*innen und auf Augenhöhe.

Gemeinsam werfen wir einen Blick darauf, welche Erfolgsfaktoren echte Partnerschaften auszeichnen, welche Herausforderungen auf diesem Weg entstehen und welche Erfahrungen sich auch auf andere Unternehmen und Branchen übertragen lassen.

Referent*innen:

Felix Roll ist Referent für Wirtschaft und Menschenrechte sowie Fachpromotor für faires und zukunftsfähiges Wirtschaften bei der Werkstatt Ökonomie Heidelberg. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Rohstoffgerechtigkeit, Lieferketten, nachhaltige öffentliche Beschaffung und menschenrechtliche Verantwortung von Unternehmen.

Neben seiner Tätigkeit als Eine-Welt-Promotor in Baden-Württemberg engagiert er sich im Kampagnenbüro der Initiative Lieferkettengesetz. Er verbindet wissenschaftliche Analyse mit praktischer und politischer Arbeit an fairen Lieferketten – und zeigt auf, wie globale Zusammenhänge für Unternehmen greifbar und handlungsrelevant werden.

Raquel Cayapa – Kallari Futuro

Raquel Cayapa stammt aus einer indigenen Kichwa-Gemeinschaft im ecuadorianischen Amazonasgebiet und verbindet ihre persönlichen Erfahrungen mit unternehmerischer Praxis. Nach ihrem Studium der Forstwirtschaft und des Internationalen Managements gründete sie Kallari Futuro, um hochwertige Produkte wie Kakao, Schokolade, Guayusa und Vanille direkt von den Erzeugerinnen nach Europa zu bringen – fair, nachhaltig und ohne Zwischenhändlerinnen.

Kaum jemand kann glaubwürdiger über faire Wirtschaftsbeziehungen sprechen als jemand, der beide Welten kennt: die Lebensrealität indigener Produzent*innen im Amazonas ebenso wie die Anforderungen europäischer Unternehmen. Kallari Futuro zeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg, soziale Verantwortung und ökologische Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können.

✨ Veranstaltung: Nachhaltige Unternehmensentwicklung und Sustainable Finance

Mittwoch, 01.07.2026 | 14:00 - 17:00 | Präsenz, GLS Bank Stuttgart

Führungskräfte und Mitarbeitende entwickeln, orientiert an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, eine strategische Neuausrichtung. Dazu werden insbesondere der Umgang mit Finanzpartnern und das Sustainable Finance näher beleuchtet.

Mit Nadine Raißle, GLS Bank Stuttgart, und Yvonne Zwick, BAUM e.V.

Unser Wirtschaftssystem befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Nachhaltiges Wirtschaften, Produzieren und Investieren rücken zunehmend ins Zentrum unternehmerischer Entscheidungen – von Strategie und Produktentwicklung über Risikomanagement bis hin zu Berichterstattung und Finanzierung. Damit wird nachhaltige Geschäftspraxis zum entscheidenden Faktor für langfristigen Erfolg – regional wie global.

In dieser Veranstaltung erhältst du Impulse, wie du wirtschaftliche Anforderungen und gesellschaftliche Verantwortung in deinem beruflichen Alltag zusammenbringen kannst – orientiert an den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs). Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, wie Sustainable Finance konkret in der Praxis funktioniert:

Wie können Finanzierungsentscheidungen nachhaltige Entwicklung fördern?
Welche Rolle spielen Banken, Investor*innen und Unternehmen dabei?
Und wie lässt sich Geld gezielt als Hebel für positiven Wandel einsetzen?

Das erwartet dich:

Impulse zur strategischen Ausrichtung nachhaltiger Unternehmensentwicklung
Einblicke in Sustainable Finance und verantwortungsvolle Finanzierungsmodelle
Praxisbeispiele und konkrete Ansätze für die Umsetzung im eigenen Unternehmen
Austausch mit engagierten Akteur*innen aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft

Referentinnen:

Yvonne Zwick – Vorsitzende von BAUM e. V. und eine der profiliertesten Stimmen für nachhaltiges Wirtschaften in Deutschland. Sie bringt langjährige Erfahrung aus Politik, Wirtschaft und Nachhaltigkeitsstrategie mit – u. a. aus ihrer Arbeit für den Rat für Nachhaltige Entwicklung (als stellvertretende Generalsekretärin) und den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (als Leiterin des Büros).
In ihrem Buch „Nachhaltigkeit machen – 17 radikale Thesen für echten Wandel“ zeigt sie, warum es jetzt mehr braucht als gute Absichten: konkrete Umsetzung, klare Haltung und den Mut, Nachhaltigkeit konsequent als Leitprinzip wirtschaftlichen Handelns zu verankern.

Nadine Raißle – Leiterin der GLS Bank Stuttgart. Sie steht für einen ganzheitlichen Blick auf Finanzentscheidungen und zeigt dir, wie Geld gezielt für soziale und ökologische Wirkung eingesetzt werden kann.

💡 Im Anschluss gibt es Raum für Austausch und Vernetzung.

✨ Workshop 4: Sinnwirtschaft bei WEtell und Shift - Verantwortungseigentum & Kreislaufwirtschaft

Mittwoch, 15.07.2026 | 14:00 - 17:00 Uhr | Online

Wie gelingt es Unternehmen, Verantwortung nicht nur zu versprechen, sondern entlang der gesamten Lieferkette wirksam umzusetzen? 

Unter anderem gehen wir diesen Fragen nach:
- Was bedeutet eigentlich Verantwortungs-Eigentum? Welche Chancen bietet es Unternehmen? Und wie wird Verantwortungseigentum bei WEtell gelebt & ausgestaltet?

- Wie können Führungskräfte globale Verantwortung konkret übernehmen? Wo liegen die größten Risiken in der eigenen Lieferkette? Wie lassen sich faire Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Lieferkette aktiv fördern?

- Und was unternimmt der Mobiltelefon-Hersteller Shift, um Ressourcen möglichst lang in einem Kreislauf zu halten?

Mit Nicolas Brockt, WEtell, und Carsten Waldeck, SHIFT GmbH

✨ Workshop 3: Nachhaltigkeits-Management und Transformation

Dienstag, 05.05.2026 | 14:00 - 17:00 | Online

Führungskräfte und Mitarbeitende machen sich vertraut mit den europäischen und nationalen Entwicklungen zum Nachhaltigkeits-Reporting, relevanten und für sie passenden Management-Konzepten und digitalen Tools, insbesondere auf freiwilliger Basis, z.B. nach VSME. Dabei werden Beschaffung, Lieferant*innen-Beziehungen, Reduzierung von Emissionen und stärkere Beteiligung der Wirtschaft des Globalen Südens an der Wertschöpfungskette besonders in den Blick genommen.

Mit Max Willinghöfer, Prognos AG, und Veronika Sharonova, silberzebra

✨ Workshop 2: Mitarbeitende als "Change Maker" – Green Teams und Selbstwirksamkeit als Unternehmenskultur

Mittwoch, 25.03.2026 | 14:00 - 17:00 Uhr | Online

Veränderung in Unternehmen erfordert die aktive Einbeziehung und Mitwirkung von Mitarbeitenden. Mitarbeitende, die als „Change Maker“ der sozial-ökologischen Transformation aktiv werden könnten, sollen gezielt aktiviert, unterstützt und von Führungskräften gefördert, sowie zu eigenständigen Aktivitäten im Rahmen der strategischen Ausrichtung ihres Unternehmens ermutigt und befähigt werden.

Mit Lisa Buddemeier (Pantha Rei, Netzwerk Green Teams), Expertin für Mitarbeitenden-Engagement in der Nachhaltigkeitstransformation. Lisa zeigt, wie Teams ökologische und soziale Standards nicht nur umsetzen, sondern aktiv gestalten – und so das Veränderungspotenzial des ganzen Unternehmens entfalten. Ihr Fokus: Wie Führungskräfte dieses Engagement unterstützen können.

und Pia Frischen (Frachtwerk, Organisationsentwicklung), Praktikerin für selbstwirksame Unternehmenskultur. Pia gibt Einblicke in Frachtwerks lebendigen Transformationsprozess: Ein Rahmen, in dem alle Mitarbeitenden Führung übernehmen und sich im geschützten unternehmerischen Umfeld sozial engagieren – und dadurch ihre Selbstwirksamkeit am Arbeitsplatz entscheidend stärken. Sie stellt konkrete Ideen und Tools vor, die Teams dabei unterstützen, eigenverantwortlich und engagiert zu handeln.

✨ Workshop 1: Die regenerative Organisation - Von der Zukunft her führen

Mittwoch, 25.02.2026 | 14:00 - 17:00 Uhr | Online

Dieser Workshop lädt Führungskräfte dazu ein, ihr Unternehmen auf Basis der bestmöglichen zukünftigen Möglichkeiten zu führen.  Als Inspiration dienen dabei Muster und Beispiele regenerativer Unternehmen. Diese Unternehmen gehen über das Konzept der Nachhaltigkeit hinaus, indem sie nicht nur den Status quo bewahren oder Schäden reduzieren, sondern aktiv regenerieren und heilen. Sie sind Vorreiterinnen einer zukünftigen Wirtschafts- und Arbeitswelt und zeigen, dass auch im aktuellen Wirtschaftssystem und in der globalen Verantwortung Regeneration möglich ist. Auf dieser Basis werden die Teilnehmer*innen auf eine mentale Reise in eine regenerative Welt eingeladen, in der die eigenen bestmöglichen Zukünfte sich herauskristallisieren dürfen. Großes kann geboren werden. Gemeinsam fliegen wir und erschaffen Zukunft. Sei dabei. Bitte Stift und Papier bereit halten.

Mit Dr. Shirin Groß-Yachkaschi, Embodied Mind, und André Peters, Vorstand Diakonie Baden

In diesen Workshops und Veranstaltungen erwerben Teilnehmende Wissen, entwickeln konkrete Strategien und tauschen bewährte Praxisbeispiele aus. Sie werden befähigt, Nachhaltigkeit, Fairness und globale Verantwortung fest in der Unternehmensstrategie zu verankern.

Menschen und Organisationen, die wir ansprechen, sind:

  • Führungskräfte und Mitarbeitende aus kleinen und mittleren, gemeinwohlorientierten Unternehmen, aus Betrieben mit öffentlicher Beteiligung sowie aus Einrichtungen der Sozialwirtschaft;
  • Multiplikator*innen aus wirtschaftsnahen Organisationen, Verbänden und Beratungsnetzwerken, die sozial-ökologische Transformation fördern;
  • Verantwortliche und Fachreferent*innen von Nichtregierungsorganisationen (NRO), die sich mit Menschenrechten in der Wirtschaft, nachhaltigen Lieferketten und globaler Gerechtigkeit befassen.

Die Ergebnisse und erarbeiteten Leitlinien werden öffentlich zugänglich gemacht und auf Veranstaltungen vorgestellt, um möglichst viele neue Akteur*innen zur Nachahmung zu inspirieren.

GEFÖRDERT DURCH

mit Mitteln des: