Umweltorganisationen an die Politik in Bremen: Mehr Einsatz beim Klimaschutz!

Zahlreiche Umweltorganisationen fordern die Bremer Abgeordneten und den Bremer Senat angesichts der ersten Hitzewelle des Jahres auf, Mittel aus dem Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz (LuKIFG) zu nutzen, um den Klimaschutz im Land Bremen zu stärken und Maßnahmen aus dem Aktionsplan Klimaschutz gezielt schneller umzusetzen.

„Die aktuelle Hitze zeigt deutlich und spürbar für alle Menschen in Bremen, dass dringender Handlungsbedarf besteht, bis 2038 klimaneutral zu werden,“ so Katja Muchow stellv. Geschäftsführerin des BUND Bremen. Dafür braucht es eine Stärkung der Fahrradinfrastruktur, Ausbau und hohe Taktung eines elektrifizierten ÖPNV, eine energetische Gebäudesanierung und den Ausbau von klimafreundlichen Wärmenetzen.

„Klimaschutz ist Gesundheitsschutz. Extreme Hitze ist kein abstraktes Zukunftsszenario – sie ist bereits jetzt eine konkrete Gefahr für die Menschen in Bremen“, betont Jonas Daldrup, Experte für Klimaschutz bei denkhausbremen. Besonders betroffen sind ältere Menschen und Kinder, vor allem in Stadtteilen mit wenig Grünflächen und ohne ausreichende Abkühlung. Klimaschutz bedeutet daher, heute in Schutzmaßnahmen zu investieren, die Gesundheit und Lebensqualität für alle sichern.

Klimaschutz ist wirtschaftlich. Wer jetzt nicht handelt, zahlt morgen ein Vielfaches: Die Folgekosten des ausbleibenden Klimaschutzes werden für Bremen erheblich sein. Die Enquetekommission Klimaschutz hat in vier Jahren intensiver Arbeit gemeinsam mit wissenschaftlicher Expertise konkrete Maßnahmen erarbeitet, die sich im Klimaaktionsplan wiederfinden. Diese müssen nun priorisiert und zügig umgesetzt werden – allen voran im Bereich Mobilität, der eine zentrale Rolle für die Bremer Klimawende spielt.

Klimaschutz ist Sozialpolitik. Die Klimakrise trifft nicht alle gleich – sie ist zutiefst sozial ungerecht. Ärmere Bevölkerungsgruppen leben häufiger in Gebäuden mit schlechterer Bausubstanz, an stark befahrenen Straßen und in aufgeheizten Stadtteilen, obwohl sie selbst am wenigsten zu den Treibhausgasemissionen beitragen. Wenn hitzebedingte Ernteausfälle die Lebensmittelpreise steigen lassen, sind es erneut einkommensschwache Menschen, die die Last tragen.

Beteiligte Organisationen

ADFC Bremen, Attac Bremen, BUND Bremen, Bremen Zero, Bremische Evangelische Kirche Klimaschutz, denkhausbremen, Einfach Einsteigen, Fridays for Future Bremen, Gemeinwohlökonomie Bremen, Greenpeace Bremen, Klimazone Findorff, NABU Bremen, KlimaWerkStadt, VCD Bremen