Im Workshop des GWÖ-Landesvereins lernen Gründungsinteressierte in der Vorgründungsphase das ECOnGOOD Business Canvas (EBC) an einem realen Gründungsfall kennen

„Start-up meets Gemeinwohl – nachhaltig gründen mit Impact“ lautete der Titel des zweiten Workshops im Rahmen der Landesförderung „Zukunft gestalten – Nachhaltigkeit fördern“. Beim gastgebenden Kooperationspartner RKW Baden-Württemberg in Stuttgart richtete sich das Format gezielt an Menschen in der Vorgründungsphase.

Im Mittelpunkt stand das ECOnGOOD Business Canvas (EBC), ein ganzheitliches Werkzeug zur Entwicklung zukunftsfähiger und gemeinwohlorientierter Geschäftsmodelle. Da die Arbeit mit dem EBC üblicherweise mehrere Tage umfasst, war die Frage spannend, wie das Instrument in einem vierstündigen Workshop von Gründungsinteressierten aufgenommen werden würde.

Statt einer theoretischen Einführung stand die praktische Anwendung im Vordergrund: Fee Heer, eine der zehn Teilnehmer*innen, stellte ihre Gründungsidee für die Siebenäcker gGmbH (i. G.) als Praxisbeispiel aus der Landwirtschaft zur Verfügung. An diesem arbeitete die Gruppe gemeinsam unter der Leitung des EBC-Mitentwicklers Hartmut Schäfer. In Kleingruppen analysierten die Teilnehmer*innen Berührungsgruppen, arbeiteten Bedürfnisse heraus und entwickelten Werteversprechen.

EBC greift andere Fragen auf

Die Teilnehmer*innen hatten diverse Hintergründe. Einige waren bereits konkret in der (nicht abgeschlossenen) Gründungsphase – zwei aus dem digitalen Bereich, eine aus der Landwirtschaft, eine aus dem Gesundheitsbereich. Andere waren erst in der Anfangsphase einer eigenen Idee.

Die Rückmeldungen fielen durchweg positiv aus, besonders, dass das EBC Fragen aufgreife, die in klassischen Businessplänen oft zu kurz kämen. Zum Beispiel: Wie gestalte ich die Zusammenarbeit im Team? Wie gehe ich mit Lieferant*innen, Finanzierungspartner*innen oder anderen Berührungsgruppen um? Und auch: Welche Wirkung möchte ich mit meinem Unternehmen erzielen?

Viele Teilnehmer*innen beschrieben das EBC als ein Werkzeug, das die Lücke zwischen Businessplan und Visions- beziehungsweise Wertearbeit schließe. Auch die Arbeit an einem realen Gründungsfall empfanden viele als großen Mehrwert, weil dies das EBC unmittelbar verständlich gemacht und gezeigt habe, wie sich Bedürfnisorientierung und Werteversprechen konkret in die Entwicklung eines Geschäftsmodells integrieren lassen. Fee Heer, die den realen Gründungsfall zur Verfügung gestellt hatte, fand den Workshop „richtig gut“. Dass sie den Gründungscase einbringen durfte, sei für sie Gold wert. „Ich hatte schon vorher den Eindruck, dass das ECOnGOOD Business Canvas gut zu unserem gemeinnützigen Projekt passt. Im Workshop habe ich verstanden, wie wertvoll es gerade in der Gründungsphase ist. Es hilft uns als Team, die richtigen Fragen zu stellen, unser Projekt gemeinsam zu durchdenken und Schritt für Schritt zu schärfen. Vielen Dank an Hartmut für den inspirierenden Workshop und an das RKW-Team für die tolle Organisation.“

Hartmut Schäfer ergänzte: „Die Arbeit mit dem ECOnGOOD Business Canvas ist wie ein gemeinschaftlicher Ausflug in eine wünschenswerte Zukunft. Agiles Arbeiten, die Perspektivwechsel mit den Stakeholdern, die Impulse eines werteorientierten Wirtschaftens und nicht zuletzt das Praxisbeispiel einer Teilnehmerin lassen den Workshop noch lange wirken.“

Großes Interesse an gemeinwohl-ökonomischen Gründungsansätzen

Der Workshop endete mit intensivem Austausch und Vernetzung, die noch weit über das offizielle Programm hinaus anhielten. Die rege aktive Beteiligung und das positive Feedback aus der sehr spezifischen Zielgruppe heraus haben gezeigt, dass das Interesse an gemeinwohl-ökonomischen Gründungsansätzen relativ groß ist.

Für das RKW BW hatten Christine Palmer (Business Expertin Nachhaltigkeit) und Gernod Kraft (Geschäftsleitung und Beratungsmanagement) die Gastgeberrolle übernommen. Den GWÖ-Landesverein vertrat Rebecca Pusch (Geschäftsstelle / Koordination Workshops Landesförderung).