Zukunft im Norden – ein Wochenende zwischen Sonne, Spaghetti und Flugzeugen

Von Freitag bis Sonntag (18.-20.09.) stand unser Nord-Treffen unter einem großen Motto: „Zukunft im Norden“.
Drei Tage lang ging es um Strukturen, aktuelle Entwicklungen, gemeinsame Fragen – und vor allem darum, wie wir unsere Bewegung im Norden gemeinsam weiterentwickeln wollen.
Nach einem gemeinsamen Abendessen wurden wir am Freitagabend von unseren Moderator*innen Christiane und Hans begrüßt. Und Christiane hatte gleich eine besondere Aufgabe für uns: Welche Kompetenzen und Aktivitäten gibt es eigentlich bei uns im Norden?
Eine Blüte, die wächst
In einer gemeinsamen Aufstellung entstand zunächst ein ziemlich vertrautes Bild: Die Teilnehmenden dachten in unseren Regionalgruppen-Strukturen und verteilten diese geografisch auf dem Boden. Ergänzt wurde das Bild um die verschiedenen Aktivitäten und Kompetenzen: Wo gibt es Unternehmensnetzwerke? Wo sind Berater*innen und Referent*innen aktiv? Welche Arbeitsgruppen gibt es in den Regionalgruppen?
Dann kamen unsere neuen Gremien ins Spiel: Steuerungskreis und Regionalgruppenkreis.
Die Frage war: Wo finden diese in unserem bisherigen Bild ihren Platz?
Die Antwort entstand fast wie von selbst. Die neuen Gremien wanderten in die Mitte, während sich die regionalen Aktivitäten darum herum gruppierten. Plötzlich wurde sichtbar, was vorher vielleicht nur abstrakt diskutiert worden war: eine gemeinsame Mitte und darum herum vielfältige regionale Aktivitäten. Jemand brachte dafür das Bild einer Blüte ein. Die bunten Blütenblätter entfalten ihre Schönheit außen. Ein anderer Teilnehmer fand noch ein anderes Bild: eine Sonne, die von der Mitte nach außen strahlt und ihre Kraft entfaltet.
Ein passender Auftakt für ein Wochenende, an dem es immer darum ging, wie aus vielen einzelnen Aktivitäten ein gemeinsames Ganzes entstehen kann.

Foto: Franziska Mensching
Gemeinsam denken, diskutieren und gestalten
Am Samstagmorgen ging es nach dem Frühstück mit einem bewährten Format weiter: dem Open Space.
Auf dem Marktplatz wurden Themen gesammelt, die die Teilnehmenden aktuell beschäftigen. Schnell zeigte sich: Viele Fragen sind gar nicht so unterschiedlich. Deshalb fanden die ersten beiden Slots gemeinsam im großen Plenum statt.
Zunächst ging es um den aktuellen Stand nach dem STRONG-Projekt im Deutschland-Verein. Anschließend wurde berichtet, wie weit der Nord-Verein bei der Gründung des neuen Steuerungskreises ist und wie dessen Anbindung an den Regionalgruppenkreis aussehen könnte.
Im nächsten Slot stand die geplante Ausgründung der Berater*innen und Auditor*innen im Mittelpunkt. Dabei ging es auch um mögliche Auswirkungen auf die Bewegung und darum, welche Fragen sich daraus für unsere zukünftige Arbeit ergeben.
Am Nachmittag teilte sich das Programm auf: In einem Angebot ging es um Risiken und Chancen des Förderprogramms in Niedersachsen. Parallel beschäftigte sich eine Gruppe mit den aktuellen Schwerpunkten der Bewegung im Bereich Politik – und mit der Frage, wie dieses Thema strukturell im Nord-Verein verankert werden kann und welche Haltung unsere Organisation zu bestimmten politischen Themen einnimmt. Angefragt wurde auch das Thema Soziokratie. Da dieses Thema im Rahmen des Slots keinen Raum fand, hat sich nach dem Mittagessen, in der einstündigen Pause, eine Gruppe zum Austausch getroffen. Diego berichtete der Gruppe von seinen Kenntnissen und Erfahrungen aus Hamburg und verwies auf die interne Soziokratie-Lerngruppe.
Vom Singen zur Evaluation
Der Sonntag startete musikalisch: Gemeinsam wurde gesungen, bevor wir uns der Evaluation der Koordinationsstelle widmeten.
Franzi, die die Stelle inne hat, stellte vor, welche Aufgaben sie im Rahmen der Stelle übernommen hat, wohin die vorhandene Zeit geflossen ist und welche Erkenntnisse sich aus der bisherigen Arbeit ergeben haben. Anschließend wurde gemeinsam darüber gesprochen, wie sich die Stelle weiterentwickeln könnte.
Danach folgte die gemeinsame Ernte des Wochenendes.
Und dabei zeigte sich noch einmal, dass gute Bilder manchmal mehr ausdrücken als lange Diskussionen.
Spaghetti kochen oder Flugzeuge bauen?
Zwei Begriffe blieben besonders vielen Teilnehmenden im Kopf: Spaghetti und Flugzeuge.
Die Metapher sollte den Unterschied zwischen dem Einfachen und dem Komplexen veranschaulichen.
Spaghetti kochen? Eigentlich ganz einfach.
Ein Flugzeug bauen? Deutlich komplizierter.
Und genau da liegt eine der Herausforderungen, vor denen wir stehen: Unser Ziel, ein alternatives ethisches Wirtschaftssystem voranzubringen, gestaltet sich da ähnlich kompliziert wie Flugzeuge zu bauen – und gleichzeitig soll es sich möglichst einfach anfühlen, die Inhalte/Boschaften für Externe so einfach vermittelbar sein wie Spaghettikochen.
Ob uns der Spaghat gelingt? Das wird sich zeigen.
Aber vielleicht ist genau das eine gute Erkenntnis für ein Wochenende mit dem Motto „Zukunft im Norden“: Zukunft entsteht nicht dadurch, dass alles schon fertig und einfach ist. Sie entsteht, wenn wir gemeinsam sichtbar machen, was da ist, wo wir hinwollen und welche Fragen wir dafür miteinander bearbeiten müssen.
Danke an alle, die dieses Wochenende mit ihren Perspektiven, Fragen, Ideen und ihrer Energie gestaltet haben.
Text: Franziska Mensching, Diego Weiland
Titelfoto: privat